Bürger*innenforum

am 21. November 2020, 13:00 Uhr – 17:00 Uhr (Online)

Herausforderungen

Der Klimawandel hat Thüringen insbesondere in den letzten 2 Jahren durch Trockenheit stark getroffen. Land- und Forstwirtschaft haben hohe Verluste erlitten, und das nicht nur in Erträgen, sondern auch in ihrer CO2-Speicherkapazität. Das monatelange Trockenfallen des Flusses Ilm hat die Menschen der Region zusätzlich sensibilisiert. Klimaschutzstrategien und -maßnahmen in der Region mit ihren positiven Seiteneffekten auf Klimaanpassung und Resilienz natürlicher Systeme und Land- und Forstwirtschaft, sollen die Deutschland- und EU-weiten Ziele zur Reduktion der Treibhausgasemissionen (THG)-Emissionen bis zum Jahr 2050 im Vergleich zu 1990 um mindestens 80 bis 95 % unterstützen.

 

Herausforderungen in der Entwicklung einer Klimaschutzregion bestehen auf vielen Ebenen: Die Landwirtschaft ist CO2äq.-Quelle und nicht -Senke, Bodenverluste durch Erosion, kaum Gewerbe im Bereich Holzverwendung, Wirtschaft und Siedlungen, Mobilität basierend auf fossiler Energie, die Problematik einer Wärmewende sind vernachlässigt; ein Bevölkerungsverlust von 20 % bis 2030 vor allem im ländlichen Raum in Thüringen ist prognostiziert – mit allen negativen Auswirkungen auf Infrastruktur, Gewerbe und Lebensqualität.

„…längerfristig ist wohl ein neues soziales Gleichgewicht erforderlich, in dem der Klimaschutz als soziale Norm anerkannt wird.“ (PIK-Direktor Johan Rockström).

Lösung

Eine Transformation des gesamten Energie- und Wirtschaftssystems hin zu einer drastisch emissionsreduzierten Wirtschaft und Gesellschaft ist notwendig.

Wie?

Ein Bündnis aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft hat sich zur Verwirklichung eines innovativen Klimaschutzprojektes in der Region Mittelthüringen gebildet, um konkrete Projekte in der enger gefassten Modellregion, dem Ilmtal, umzusetzen.

Ein integrativer Ansatz der Transformation zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und Gesellschaft als langfristiger Lern- und Anpassungsprozess unter Einbezug einer breiten Basis von Akteuren der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stakeholder und der Wissenschaft entlang der Wertschöpfungsketten der Sektoren Land- und Agroforstwirtschaft, Holz und Erneuerbare Energie (EE) wird vorgeschlagen.

Zur Vermeidung von Emissionen und Erweiterung der CO2-Senken im ruralen Raum sollen integrierte, sektorenübergreifende Konzepte und Pilotvorhaben/Demonstrationsprojekte mit innovativen Technologien in den Bereichen Erneuerbare Energien, insbesondere im bisher stark vernachlässigten Wärme/Kältesektor, Land- und Agroforstwirtschaft sowie in der Holzverwendung entwickelt werden. Die partizipative Herangehensweise mit Methoden der Organisations- und Projektentwicklung (Zukunftswerkstatt) und des Innovationsmanagement soll die Nachhaltigkeit einer Transformation gewährleisten.

Vorschläge für Aktionsfelder, die von F&E Vorhaben begleitet und in die Umsetzung geführt werden sollen:

  • Emissionsvermeidung und Erweiterung der CO2-Senkenfunktion durch
        – innovative Agrarphotovoltaik (doppelte Flächennutzung durch Anbau und PV-Energiegewinnung in Feld und Gewächshaus)
        – Humuswirtschaft
        – Agroforstsysteme
        – regionale Stoff- und Produktkreisläufe
        – langfristige Holzverwendung
  • Erhöhung der Flächenerträge in Landbau und PV-Energie (Wasserspeicherkapazität, Wasserreservoire; Bodenfruchtbarkeit; Anbaudiversifizierung; erhöhte PV Leistung über Anbaukulturen)
  • Entwicklung von Innovationen und Geschäftsmodellen für Erneuerbare Energien (Schwerpunkt Wärme)
  • Neue Geschäftsmodelle entlang der Wertschöpfungsketten
  • Gesellschaftsmodelle mit einer neuen Lebensqualität in einem attraktiven Kulturraum
  • Innovative Partizipationsmethoden und Bürgerbeteiligungen.

Die Abbildung veranschaulicht die Vernetzung der verschiedenen Sektoren im Projekt.

Die Projektseite befindet sich noch im Aufbau und wird in den nächsten Tagen und Wochen mit allen erforderlichen Informationen ausgebaut.